Produkte und Kunden
Die Ausrichtung des Bayer-Konzerns auf Innovation und Wachstum hat in den vergangenen Jahren zu umsatzstarken Produkten geführt. Unser Portfolio lässt auch für die Zukunft eine gute ökonomische Entwicklung erwarten.

Umsatzträchtige Produkte: Neues aus der Forschungspipeline
Unser neues Krebsmedikament Nexavar® haben wir Ende 2005 in den USA für die Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms auf den Markt gebracht. Mittlerweile ist es auch in Mexiko und der Schweiz zugelassen. Außerdem hat das „Committee for Human Medicinal Products“ der europäischen Arzneimittelbehörde emea empfohlen, Nexavar® auch in der EU zuzulassen. Die Zulassung erwarten wir im zweiten Halbjahr 2006. Zurzeit laufen weitere Phase-III-Studien zur Behandlung des fortgeschrittenen Leberkrebses, des metastasierenden Melanoms und des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms. Für die Indikation Leberkrebs haben wir sowohl von der europäischen als auch von der US-Arzneimittelbehörde fda den Orphan-Drug-Status erhalten, mit dem u. a. exklusive Vermarktungsrechte verbunden sind. Wird Nexavar® für diese Indikationen zugelassen, gehen wir von einem Umsatzpotenzial von über einer Milliarde Euro aus.

Ein ähnliches Umsatzpotenzial erwarten wir von unserem oralen Thrombosemedikament Faktor-Xa-Inhibitor. Das Produkt befindet sich in der Phase III der klinischen Prüfung zur Prävention von Venenthrombosen und in der Phase II zur Behandlung von Venenthrombosen sowie für die Prävention von Schlaganfällen bei Vorhofflimmern. Für unser Bluter medikament Kogenate® rechnen wir mit einem Umsatzpotenzial von einer Milliarde Euro.

Im CropScience-Bereich haben wir seit 2000 bereits 16 neue Wirkstoffe auf den Markt gebracht. Inklusive dieser und zehn weiterer Wirkstoffe, die bis 2011 angeboten werden sollen, sehen wir ein Gesamtumsatzpotenzial aus unserer CropScience-Pipeline von bis zu zwei Milliarden Euro. Überdurchschnittliche Wachstumschancen bieten zudem die Saatgutbehandlung sowie die Bereiche Environmental Science und BioScience.

Bei Bayer MaterialScience verfügen wir bei den Polyurethanen und den Lackrohstoffen – jeweils als Nummer eins – sowie bei den Polycarbonaten als Nummer zwei über weltweit führende Positionen und Technologien.

Sichere Produkte: Risiken frühzeitig erkennen und vermeiden
Um Risiken bei unseren Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden, sind umfassende Systeme etabliert, wozu beispielsweise Produktbewertungen und verschiedene Formen der Produkt und Anwendungsbeobachtung in den Teilkonzernen gehören. link Die Bewertungen nehmen wir im Rahmen vielfältiger Programme vor, die die Eigenschaften unserer Produkte erforschen und den sicheren Umgang mit ihnen gewährleisten. Die so gewonnenen Daten werden in Registrierunterlagen, Datenbanken, Sicherheitsdatenblättern und Hinweisen zum sicheren Umgang dokumentiert. Unsere Fachleute engagieren sich in vielen Expertengruppen und übergeordneten Gremien, um flächendeckende Informationen und vertiefende Bewertungen von Stoffen systematisch aufzubauen und voranzutreiben – regional, national und weltweit. Außerdem stellen wir vor bedeutenden Investitionsentscheidungen systematische Analysen über die Auswirkungen von Produkten und Prozessen auf Umwelt und Gesundheit an. Dabei werden das Herstellungsverfahren am Standort und der gesamte Produktlebenszyklus von der Herstellung bis zur Entsorgung bewertet. Trotz allem gab es im Berichtszeitraum 2004/2005 verschiedentlich Anlass zur Kritik.

Im Zuge unserer Auseinandersetzungen um Lipobay/Baycol waren am 31. März 2006 weltweit noch ca. 5.000 Klagen anhängig, davon ca. 4.900 in den USA (einschl. mehrerer Sammelklagen). Weltweit hat Bayer zum selben Stichtag ca. 3.100 Lipobay/Baycol-Fälle ohne Anerkennung einer Rechtspflicht verglichen und dafür rund 1,15 Milliarden US-Dollar gezahlt. Wir sind auch weiterhin bestrebt, diejenigen freiwillig und ohne Haftungseingeständnis auf faire Weise zu entschädigen, die durch Lipobay/Baycol schwerwiegende Nebenwirkungen erlitten haben. In den USA wurden bislang fünf Prozesse in erster Instanz ausgetragen, die durchweg zu unseren Gunsten endeten. Informationen zu weiteren in die Kritik geratenen Produkten wie PPA oder Cipro® finden Sie auch in unseren Aktionärsbriefen.

Nachhaltige Produkte: Potenzial für die Zukunft
Generell berücksichtigen wir Nachhaltigkeitsaspekte schon in der Entwicklungsphase aller Produkte unseres Portfolios. Zusätzlich streben wir auf bestimmten Gebieten einen spezifischen Nachhaltigkeitsnutzen an. Wir konzentrieren uns an dieser Stelle auf zwei große Herausforderungen, den Klimawandel und den globalen Wasserbedarf.

Beispiel regenerative Energien
Neue Bayer-Kunststoffe für Solarenergie-Anwendungen bieten große Optimierungsmöglichkeiten für diese Zukunftstechnologie: Das Polyurethan Bayflex® stellt nicht nur eine Kosten und Energie sparende Alternative zu den bisher eingesetzten Aluminiumrahmen der Solarmodule dar, sondern ermöglicht auch eine vereinfachte und beschleunigte Montage. In Ergänzung dazu lassen sich mit dem Bayer-Werkstoff Desmopan® Solarmodule hervorragend herstellen. Dabei übernimmt Desmopan® sowohl die Funktion der Einbettung der Siliciumzellen als auch die Verklebung mit der Polycarbonat- oder Glasverscheibung. Die Eigenschaften des Werkstoffs ermöglichen es, den Herstellungsprozess der Solarmodule effektiver zu gestalten.

Beispiel Reduzierung des Wasserverbrauchs
Bei der Entwicklung neuer Pflanzenschutz-Produkte achten wir stets auf einen größtmöglichen Schutz der natürlichen Wasserressourcen und lebender Organismen in Wasserökosystemen. Ein sehr strenges Bewertungsverfahren sorgt dafür, dass nur ein Bruchteil aller potenziellen neuen Produkte die anspruchsvollen Zulassungskriterien erfüllt. Unser Einsatz für den Wasserschutz beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Produktentwicklung; wir setzen uns auch aktiv und umfassend für eine gute landwirtschaftliche Praxis mit unseren Produkten ein.

In Asien entfällt ein Großteil des Wasserverbrauchs auf den Reisanbau. Auf den Philippinen wird der Reis entweder vorgekeimt direkt gesät oder – wie traditionell üblich – als vorgezogener Setzling umgepflanzt. Die Direktsaat erfreut sich zunehmender Beliebtheit, weil der Arbeitsaufwand geringer ist. 2002 hat Bayer CropScience das neue Herbizid RiceStar® Xtra auf den Markt gebracht. Dieses Produkt wird in beiden Anbausystemen eingesetzt, denn es wirkt gegen das schwer zu bekämpfende Ungras Leptochloa, das sich in den vergangenen Jahren verstärkt ausgebreitet hat. Durch dieses Produkt wurde das Direktsaat-Anbausystem beschleunigt eingeführt, nachdem die Landwirte gelernt hatten, der Wirkung des Produkts zu vertrauen. Da das Direktsaat-Anbausystem im Gegensatz zur herkömmlichen Anbaumethode rund 20 Prozent Wasser spart, leistet unser Produkt auch indirekt einen Beitrag zum geringeren Wasserverbrauch.
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