Ökologische Kennzahlen
Energieeinsatz Wasser
Direkte Treibhausgasemissionen Abwasser
Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen Abfall
Emissionen von ozonschädigenden Substanzen Bedeutende Umweltereignisse
Weitere Emissionen in die Luft Transportunfälle
Bei der Interpretation der aufgeführten Zeitreihen ist zu berücksichtigen, dass ihre Entwicklung von verschiedenen Einflüssen abhängt. Neben technischen Maßnahmen zur Reduktion von Emissionen, Abfällen und Ressourceneinsatz sowie der Änderung des Produktionsvolumens spielen auch strukturelle Veränderungen eine Rolle. Dazu gehören der Kauf und Verkauf von Standorten oder Teilen davon, ferner die Auslagerung von Vorleistungen der Produktion aus dem Bayer-Konzern. Letzteres war z. B. im Jahr 2002 beim Bau einer Gas-Turbine mit Abhitzekessel durch den externen Betreiber Electrabel am Standort Antwerpen der Fall.

Die Produktionsmenge des fortgeführten Geschäfts stieg 2005 gegenüber 2004 leicht an. Trotzdem sind viele der nachfolgend berichteten Indikatoren mit Bezug auf das fortzuführende Geschäft zurückgegangen. Dies zeigt, dass in diesen Fällen der spezifische Ausstoß von Emissionen bzw. spezifische Einsatz von Ressourcen weiter gesenkt werden konnte.
Menge verkaufter Produkte (in Mio. t/a)
Menge verkaufter Produkte
Unser Ziel ist es, konzernweit ein angemessenes und gleiches Niveau des Managements von Gesundheit, Sicherheit, Umwelt und Qualität zu erreichen (Health, Safety, Environment & Quality, HSEQ). Wir haben daher unsere etablierten HSEQ-Managementsysteme 2005 weiter verbessert. Die regelmäßige Prüfung dieser Systeme regelt eine konzernweite Audit-Richtlinie. Externe Zertifizierungen unserer Managementsysteme ergänzen die internen Audits.

Wo es im Kontext vor Ort sinnvoll ist, werden wir auch künftig Zertifizierungen nach der Umweltmanagementnorm ISO 14001 vornehmen lassen. Das Pendant für das Sicherheits- und Gesundheitsmanagement ist die Norm OHSAS 18001 der British Standards Institution (BSI). Einige Bayer-Standorte haben ihre Managementsysteme bereits nach dieser Norm zertifizieren lassen.
Bayer 2004*   2005  
BO=Berichtsobjekte Anzahl
BO
Anteil an BO
von Produktions-
standorten
Anzahl
BO
Anteil an BO
von Produktions-standorten
Standorte mit nach ISO 14001 zertifiziertem Management 55 33% 58 35%
Standorte mit einem Umwelt-managementsystem nach externen Standards** 63 38% 65 39%
Standorte mit einem Managementsystem
nach OHSAS 18001
3 2% 8 5%
*    Bayer ohne Lanxess-Standorte
**   „nach externen Standards” schließt ein:
•    Zertifizierte Managementsysteme nach ISO 14001 oder EMAS
•    Systeme und Zertifizierungen nach nationalen Standards wie z. B. „Industria Limpia“ in Mexiko
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Energieeinsatz 
Trotz etwa konstanter Produktionsmengen sank der Energieeinsatz des Bayer-Konzerns von 2000 bis 2004 um 16 Prozent. In 2005 sank er gegenüber dem Vorjahr um rund zehn Prozent. Der auf Lanxess entfallene Anteil ist hierbei bereits herausgerechnet. Am Primärenergieeinsatz hatten 2005 Erdgas mit 71 und Kohle mit 24 Prozent die größten Anteile.
Energieeinsatz (in Petajoule/a)
Energieeinsatz
Energiebilanz (in Terajoule/a)
Energiebilanz
Der Gesamtenergieeinsatz des Bayer-Konzerns von 87 Petajoule (= 87.000 Terajoule) ergibt sich aus der Summe des Primärenergieeinsatzes, des Stromzukaufs sowie der Abwärme abzüglich der per saldo verkauften Dampfmenge und der per saldo verkauften Kälteenergie.
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Direkte Treibhausgasemissionen 
Die direkte Emission von Treibhausgasen ist 2005 gegenüber dem Vorjahr konzernweit um sieben Prozent gesunken (2004: 4,2 Mio. Tonnen, 2005: 3,9 Mio. Tonnen). Der Rückgang ist im Wesentlichen eine Folge des verringerten Energieeinsatzes. Zu den Treibhausgasen zählen Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffdioxid (N2O), Halogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW), Perfluorierte Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) sowie Schwefelhexafluorid (SF6). Mittels substanzspezifischer Äquivalenzfaktoren werden diese Emissionen in CO2-Äquivalente umgerechnet. Dabei entfielen im Jahr 2005 98,5 Prozent der Treibhausgasemissionen auf CO2, 1,4 Prozent entfielen auf N2O und 0,1 Prozent auf alle anderen Treibhausgase. Die Treibhausgasemissionen setzen sich zusammen aus den Emissionen von Kraftwerken sowie von Produktions- und Abfallverbrennungsanlagen, an denen der Bayer-Konzern mindestens 51 Prozent hält.
Emission von Treibhausgasen (in Mio. t CO2-Äquivalente/a)
Emission von Treibhausgasen
Neben der Minimierung der absoluten CO2-Emissionen strebt Bayer eine kontinuierliche Reduzierung der spezifischen Treibhausgasemissionen im Verhältnis zur Produktionsmenge an. Denn diese spezifischen Kennzahlen geben Auskunft über unser Reduktionspotenzial durch Effizienzsteigerungen und technische Innovationen. Die Grafik zeigt kontinuierlich sinkende spezifische Emissionen bis zur Ausgliederung von Lanxess im Januar 2005. Diese Ausgliederung führte zu einer deutlichen Minderung der Produktionsmenge und damit zu einem leichten Anstieg der spezifischen Emission von Treibhausgasen.
Spezifische Treibhausgasemission/Produktmenge (Bayer-Konzern gesamt)
spezifische Treibhausgasemission
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Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen 
Flüchtige organische Verbindungen (Volatile Organic Compounds – VOC) sind organische Chemikalien mit einem bestimmten Dampfdruck, die zur Bildung von Smog und bodennahem Ozon beitragen.

Bedingt durch die Akquisition von Aventis CropScience stiegen die VOC-Emissionen des Bayer-Konzerns im Zeitraum 2000 bis 2002 von 9.100 auf 11.400 Tonnen an. Danach sanken sie kontinuierlich auf 9.900 Tonnen in 2004. Die Reduktion von 20 Prozent im fortgeführten Geschäft gegenüber 2004 ist auf erfolgreiche Maßnahmen zur verbesserten Abluftreinigung am Standort Vapi in Indien zurückzuführen. Ein umfassender Aktionsplan zur Reduzierung der VOC-Emissionen zeigte dort erste Wirkung, weitere Reduktionen sind mit seiner Fortführung zu erwarten.
VOC-Emissionen (in 1.000 t/a)
VOC-Emissionen
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Emissionen von ozonschädigenden Substanzen 
Um die schädigende Wirkung von Substanzen auf die Ozonschicht vergleichend erfassen zu können, wird jedem dieser Stoffe ein Ozonabbaupotenzial zugeordnet und als relative Größe in Bezug auf das Potenzial der Leitsubstanz Trichlorfluoromethan (CFC-11) angegeben (Äquivalent). Die Summe aller Substanzen mit ozonschädigendem Potenzial wird dann als Summe der CFC-11 Äquivalente ausgewiesen. Diese Zahl sank 2005 gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent.
Emission Substanzen mit Ozonabbaupotenzial (in t CFC-11-Äquivalente)
Emission Substanzen mit Ozonabbaupotenzial
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Weitere Emissionen in die Luft 
Zu den weiteren Emissionen zählen vor allem Schwefeldioxid (SO2) und Stickstoffoxide (NOX), die größtenteils aus Verbrennungsprozessen stammen. Auch bei einigen Produktionsprozessen entstehen SO2 und NOX. Staubpartikel werden sowohl von Feuerungsanlagen zur Energieerzeugung als auch bei Produktionsprozessen freigesetzt. Die Schwankungen dieser Emissionen im Zeitverlauf sind u. a. auf Veränderungen beim Energieeinsatz zurückzuführen.
Weitere Emissionen in die Luft (in 1.000 t/a)
 

2000

2002

2003

2004

2005

       

Bayer-
Konzern

Bayer-
Konzern ohne Lanxess

Lanxess

 
CO

3,8

3,0

-

2,3

1,9

0,4

1,9

NOX

11,2  

9,4

6,7

6,3

4,3

2,0

4,5

SO2

6,6

7,4

5,9

5,6

4,2

1,4

4,5

Staub

1,9

0,8

0,9

0,8

0,5

0,3

0,3

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Wasser 
Gegenüber dem Vorjahr sank der Wassereinsatz im Bayer-Konzern 2005 nur leicht. Mit 0,8 Millionen
Kubikmetern (m³) hat Durchlaufkühlwasser daran den höchsten Anteil. Da es bei seiner Nutzung im Konzern ausschließlich erwärmt und nicht anderweitig belastet wird, kann es danach ohne weitere Behandlung in die Gewässer abgeleitet werden. Über die Hälfte des Wasserbedarfs entnehmen die Standorte den Oberflächengewässern, rund ein Drittel stammt aus unterirdischen Quellen (in der Regel Grundwasser).
Wassereinsatz (in Mio. m3/d)
Wassereinsatz
Wasserbezugsquellen
Bayer-Konzern (ohne Lanxess)

2004

2005

Wassereinsatz in Millionen m3/d

1,3

1,2 

davon aus Oberflächengewässern

60,0%

54,0%

davon aus Bohrungen/Quellen

32,6%

34,5%

davon aus öffentlicher Trinkwasserversorgung

4,9%

2,6%

davon aus anderen Quellen (z. B. Regenwasser)

2,4%

8,8%

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Abwasser 
Die wichtigsten Parameter zur Erfassung der von Bayer verursachten Gewässerbelastung sind die Gesamtfrachten an Phosphor, Stickstoff und organischen Verbindungen. Im Vergleich des fortgeführten Geschäfts der Jahre 2004 zu 2005 blieb der Eintrag an Phosphaten fast konstant. Die Stickstofffracht (Nitrate und Ammoniumstickstoff) fiel dagegen 2005 um 18 Prozent geringer aus als im Vorjahr.

Da der Gehalt an organischen Verbindungen im Abwasser als organisch gebundener Kohlenstoff (Total Organic Carbon – TOC) leichter zu bestimmen ist, messen wir ihn seit 2003 als TOC anstelle des CSB (Chemischer Sauerstoffbedarf). Im vergangenen Jahr ging die Emission an organischen Verbindungen im Abwasser 2005 erneut zurück. Die Abwasserbelastung durch Schwermetalle und anorganische Salze sank ebenfalls.
TOC-Emissionen (in 1.000 t/a organisch gebundener Kohlenstoff)
TOC-Emissionen
Weitere Emissionen in das Wasser
 

2000

2002

2003

2004

2005

       

Bayer-
Konzern

Bayer-
Konzern ohne
Lanxess

Lanxess

 

Phosphor, 1.000 t/a

0,8

0,6

0,6

  0,83

  0,76

  0,07

0,75

Stickstoff, 1.000 t/a

3,4

3,4

3,2

2,8

0,9

1,9

0,7

Schwermetalle

42,0

30,0

29,0

28,2

14,5

13,7

12,0

Anorganische Salze, Millionen t/a

2,0

1,5

1,6

-

1,0

(nicht erhoben)

0,8

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Abfall 
Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Produktionsprozesse und den Einsatz alternativer Rohstoffe konnte Bayer die Abfallmengen in den 1990er-Jahren erheblich senken. Die Daten der vergangenen Jahre scheinen anzudeuten, dass diese Potenziale weitgehend ausgeschöpft sind. Der Anstieg des Abfallaufkommens im fortgeführten Geschäft 2005 gegenüber 2004 ist mit Rückbau- und Sanierungsaktivitäten zu erklären (Bauschutt, Bodenaushub).
Gesamtabfallerzeugung (in Mio. t/a)
Gesamtabfallerzeugung
Seit 2003 erfassen wir konzernweit die Menge „gefährlichen Abfalls“, dessen Definition von Land zu
Land verschieden ist; die Daten der Bayer-Bilanz sind mithin gemäß den nationalen Definitionen ermittelt. In Deutschland gehören dazu beispielsweise Schlämme aus der betriebseigenen Abwasserbehandlung, Destillations- und Lösemittelrückstände. Der Anstieg von 2004 auf 2005 ist ebenfalls mit Rückbau und Sanierungstätigkeiten zu erklären.
Erzeugung gefährlichen Abfalls (in 1.000 t/a)
Erzeugung gefährlichen Abfalls
Über die Hälfte der gefährlichen Abfälle wurde 2005 auf Deponien abgelagert, der Rest wiederaufbereitet bzw. verbrannt. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist auf das erhöhte Abfallaufkommen aus Rückbau- und Sanierungsarbeiten zurückzuführen.
Bayer-Konzern

2004**

2005

Gesamtmenge entsorgten Abfalls*

680.000 t

950.000 t

davon zur Deponie

49%

54%

davon zur Verbrennung

29%

25%

davon zur Verwertung

21%

19%

davon Menge Abfall, die nicht einer Entsorgungsart zuzuordnen ist***

1%

2%

*     Die entsorgte Menge an Abfall weicht aufgrund von Unterschieden bei der Erfassungsperiode von Anfall und
      Entsorgung sowie unterschiedlichen Wasser gehalten bei Klärschlämmen von der erzeugten Menge Abfalls ab.
**   Bayer-Konzern ohne Lanxess
***  Für diese Menge konnte die Entsorgungsart nicht in der Datenerhebung erfasst werden. Eine ordnungsgemäße
      Entsorgung ist auch hier sichergestellt.
Deponierung gefährlichen Abfalls (in 1.000 t/a)
Deponierung gefährlichen Abfalls
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Bedeutende Umweltereignisse 
Bis einschließlich des Berichtsjahrs 2002 berichteten wir über jene Ereignisse an Produktionsstandorten, die den Behörden aufgrund lokaler Bestimmungen zu melden waren. So verzeichneten wir 2002 53 „meldepflichtige Umweltereignisse“ und vier „Schadensereignisse“. Seit dem Berichtsjahr 2003 bezeichnen wir die Umwelt- und Schadensereignisse entsprechend ihrer Schwere zusammenfassend als „Bedeutende Umweltereignisse“ (Major Environmental Incidents). Aufgrund der unterschiedlichen Definitionen ist ein Vergleich mit weiter zurückliegenden Jahren nur eingeschränkt möglich.

Im Jahr 2005 sind Vorfälle nach dieser Definition gegenüber dem Vorjahr weiter gesunken – von sechs auf zwei:

  • Am 23. Juni 2005 kam es zu einem geringfügigen Chloraustritt im Werk Leverkusen. Vorsorglich wurde die Räumung des Geländes der Landesgartenschau veranlasst, das an das Werk Leverkusen angrenzt.
  • In Norwich (Großbritannien) kam es am 9. September 2005 aufgrund eines undichten Auffangbeckens zum Austritt von belastetem Abwasser in den Untergrund. Mittels umgehend veranlasster Messungen soll der Sanierungsbedarf festgestellt werden.
Bedeutende Umweltereignisse
 

2000

2001

2002

2003

2004*

2005

Meldepflichtige Umweltereignisse

69

47

53

-

-

-

Schadensereignisse

7

1

4

-

-

-

Bedeutende Umweltereignisse

-

-

-

21

6

2

* Bayer-Konzern ohne Lanxess-Standorte
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Transportunfälle 
Seit dem Berichtsjahr 2003 erfassen wir die Transportunfälle konzernweit, darunter auch an den Lagerstandorten. Während wir früher alle Unfälle zählten, bei denen wir im Besitz der transportierten Güter waren, haben wir diese Zählweise 2005 geändert: Entscheidend ist jetzt, ob Bayer die finanzielle Verantwortung für den betreffenden Transport übernommen hat. Da vor allem in den USA der Übergang am Besitz der verkauften Ware an den Kunden schon ab Bayer-Werk üblich ist, erschien uns die alte Definition, die sich am Besitz des Transportguts orientiert, als nicht mehr angemessen.

Weitere Kriterien sind die Menge und das Gefährdungspotenzial von möglicherweise in die Umwelt
gelangten Chemikalien. Aufgrund dieser neuen Definition sind die Daten für 2005 mit dem davor liegenden Zeitraum nur sehr bedingt vergleichbar.
Transportunfälle
 

2000

2001

2002

2003

2004*

2005

Straße

26

16

23

28

10

2

Schiene

2

0

2

0

0

1

Binnenschiff

2

1

0

0

0

0

Seeschiff

2

0

0

0

0

0

Flugzeug

1

0

0

0

1

0

Pipeline

0

1

1

-

-

0

Gesamtzahl

33

18

26

28

11

3

* Bayer-Konzern ohne Lanxess-Standorte
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