Klimaschutz
Vorausschauender Klimaschutz
Mit dem Klimaschutz hat Bayer eine der wichtigsten globalen Herausforderungen in den Mittelpunkt seines betrieblichen Umweltschutzes gestellt. Denn die Chemieindustrie trägt als Energieverbraucher nicht unerheblich zum Ausstoß von Gasen bei, die als Mitverursacher der globalen Erwärmung gelten. Dazu zählen gemäß Kyoto-Protokoll nicht nur Kohlendioxid (CO2), sondern u. a. auch Methan (CH4), Distickstoffoxid (N2O) sowie halogenierte und teilhalogenierte Kohlenwasserstoffe. Bei der Berechnung der Emissionen werden deren Anteile in CO2- Äquivalente umgerechnet.
Im Berichtszeitraum 2004/2005 sanken die absoluten Treibhausgasemissionen bei Bayer auf 5,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente in 2004 bzw. 3,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr 2005. Insgesamt sind die Treibhausgasemissionen von 1990 bis 2005 konzernweit damit um über 70 Prozent von 15 Millionen Tonnen auf 3,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente gesunken.
Als wichtigste Faktoren trugen umfangreiche Investitionen und technologische Neuerungen zu einer Entlastung der Umwelt um über 5,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente bei.
Die wichtigsten Einzelmaßnahmen sind:
Organisatorische Veränderungen wie der Verkauf der Erdölchemie (3,0 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente) und die Abspaltung von Lanxess (ca. 1,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente) minderten die Bayer-Bilanz zusätzlich um 4,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, die jetzt in den neuen Unternehmen bilanziert werden.
Darüber hinaus hat es eine Neuordnung der Energieversorgung in Dormagen gegeben. Zwei ältere Bayer-Kohlekraftwerke wurden geschlossen, und der erforderliche Energiebedarf wird heute von einem modernen Gas- und Dampfkraftwerk mit RWE als Kontraktor bezogen. Dies führte zu einer zusätzlichen Entlastung der Bayer-Bilanz um 1,2 Millionen Tonnen.
Damit war eines der Ziele des Bayer-Konzerns, die klimarelevanten Emissionen zwischen 1990 und 2010 zu halbieren, bereits vorzeitig erreicht.
Von der „Climate Group“, einer 2004 gegründeten internationalen Klimaschutz-Organisation, wurde Bayer im Dezember 2005 beim Klima-Gipfel in Montreal für seine Erfolge mit dem „Low Carbon Leaders Award“ ausgezeichnet. Dies stieß in der Öffentlichkeit teilweise auf Kritik, da die erreichte Reduktion nicht allein auf energieeffiziente Maßnahmen und den Einsatz neuer Technologien, sondern auch auf organisatorische Veränderungen zurückzuführen ist. In diesem Kontext ist jedoch auch die Betrachtung des Energieverbrauchs als valider Größe relevant: Der Energieeinsatz konnte im Bayer-Konzern weltweit seit Anfang der 1990er- Jahre um rund zehn Prozent gesenkt werden. Beleg für den schonenden Umgang mit Ressourcen und die gesteigerte Energieeffizienz ist vor allem die Reduktion des Energieverbrauchs in Relation zur Produktmenge um über 40 Prozent von 1990 bis 2004.
Emissionshandel: Mehrkosten durch höhere Strompreise
Bayer ist mit insgesamt zwölf Anlagen in Deutschland, Großbritannien und Spanien in den Emissionshandel der Europäischen Union (EU) eingebunden und bekam entsprechende Emissionsberechtigungen zugeteilt. Sie reichten im ersten Jahr aus, um den laufenden Betrieb zu gewährleisten.
In der zweiten Handelsperiode, die von 2008 bis 2012 reichen wird, soll die Gesamtzuteilung an die Wirtschaft weiter verringert werden. Das wird sich aus unserer Sicht negativ auf das wirtschaftliche Wachstum auswirken, da ein verknapptes Angebot den Preis der Zertifikate und folglich die Kosten unseres Strom- und Wärmebezugs weiter erhöhen wird. Da wir an den deutschen Standorten auch Energie von externen Versorgern beziehen, sind wir von Preiserhöhungen unmittelbar betroffen.
Um solche Nachteile zu verhindern, setzen wir uns für eine industriefreundliche Lösung ein, die gleichzeitig die anspruchsvollen Klimaschutzziele der Europäischen Union unterstützt. Es geht uns auch darum, die bislang mit dem Emissionshandel verbundene aufwändige Bürokratie abzubauen. Unsere Interessen bringen wir in den deutschen Verband der Chemischen Industrie (VCI) und den europäischen Branchenverband (CEFIC) ein, ferner sind wir Mitglied der Arbeitsgruppe „Emissionshandel zur Bekämpfung des Treibhauseffektes“ (AGE) des Bundesministeriums für Umwelt.
Unser Beitrag zum Klimaschutz ist selbstverständlich nicht auf die Staaten beschränkt, die das Kyoto-Protokoll unterzeichnet haben: Wir sind weltweit bestrebt, beispielsweise auch in den USA, kontinuierlich Emissionen zu verringern. Durch unsere freiwillige Teilnahme an der vierjährigen Pilotphase zum Emissionshandel (Emissions Trading) der Chicago Climate Exchange (CCX) verpflichten wir uns dazu, die direkten Treibhausgasemissionen jährlich um ein Prozent zu verringern. Nach Ende der Testphase werden wir unser Engagement fortführen und uns an der zweiten Phase der CCX – bis zum Jahr 2010 – beteiligen.
Energieeinsparungen: Bayer-Materialien nutzen das Potenzial
Unsere Verantwortung für das globale Klima geht über die Optimierung der Produktionsprozesse hinaus. Gerade unsere Produkte tragen während ihres Einsatzes dazu bei, dass weniger Energie verbraucht wird. So ersetzt beispielsweise unser Werkstoff Polycarbonat in Fahrzeugen Bauteile aus Glas und Metall und verringert damit das Fahrzeuggewicht, was sich direkt in einem niedrigeren Treibstoffverbrauch niederschlägt. Verbrauchsreduzierend wirkt auch unser Kunststoff Polyurethan (PUR): Ob als Isoliermaterial in Kühlgeräten oder als Wärmedämmstoff in Gebäuden eingesetzt, verringert er mit seinen hervorragenden Dämmeigenschaften den Energieverbrauch deutlich. Allein das jährlich von Bayer produzierte und in Kühlgeräten eingesetzte PUR trägt damit zur Einsparung von rund elf Millionen Tonnen CO2 bei. Bei der Gebäude-Isolierung führt die entsprechende Hochrechnung zu einer jährlichen CO2-Einsparung von weltweit zwischen 80 und 175 Millionen Tonnen. In der Summe ergeben sich in der Nutzungsphase Einspareffekte, die den Energiebedarf zur Produktion von PUR oder Polycarbonat um ein Vielfaches übertreffen.
Im Berichtszeitraum 2004/2005 sanken die absoluten Treibhausgasemissionen bei Bayer auf 5,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente in 2004 bzw. 3,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr 2005. Insgesamt sind die Treibhausgasemissionen von 1990 bis 2005 konzernweit damit um über 70 Prozent von 15 Millionen Tonnen auf 3,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente gesunken.
Als wichtigste Faktoren trugen umfangreiche Investitionen und technologische Neuerungen zu einer Entlastung der Umwelt um über 5,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente bei.
Die wichtigsten Einzelmaßnahmen sind:
- Verbrennung von N2O, das bei der Produktion von Adipinsäure (heute Lanxess) entsteht, seit 1993 jährlich minus ca. 4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente
- Umrüstung der Chloralkali-Elektrolysen vom Amalgam- auf das Membranverfahren (minus ca. 0,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr)
- Neuland betrat Bayer 2003 mit einem innovativen Elektrolyseverfahren zur Chlorproduktion aus Salzsäure: Die Sauerstoffverzehrkathoden-Technologie kommt mit bis zu 30 Prozent weniger elektrischer Energie aus als das herkömmliche Diaphragma-Verfahren.
Organisatorische Veränderungen wie der Verkauf der Erdölchemie (3,0 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente) und die Abspaltung von Lanxess (ca. 1,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente) minderten die Bayer-Bilanz zusätzlich um 4,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, die jetzt in den neuen Unternehmen bilanziert werden.
Darüber hinaus hat es eine Neuordnung der Energieversorgung in Dormagen gegeben. Zwei ältere Bayer-Kohlekraftwerke wurden geschlossen, und der erforderliche Energiebedarf wird heute von einem modernen Gas- und Dampfkraftwerk mit RWE als Kontraktor bezogen. Dies führte zu einer zusätzlichen Entlastung der Bayer-Bilanz um 1,2 Millionen Tonnen.
Damit war eines der Ziele des Bayer-Konzerns, die klimarelevanten Emissionen zwischen 1990 und 2010 zu halbieren, bereits vorzeitig erreicht.
Von der „Climate Group“, einer 2004 gegründeten internationalen Klimaschutz-Organisation, wurde Bayer im Dezember 2005 beim Klima-Gipfel in Montreal für seine Erfolge mit dem „Low Carbon Leaders Award“ ausgezeichnet. Dies stieß in der Öffentlichkeit teilweise auf Kritik, da die erreichte Reduktion nicht allein auf energieeffiziente Maßnahmen und den Einsatz neuer Technologien, sondern auch auf organisatorische Veränderungen zurückzuführen ist. In diesem Kontext ist jedoch auch die Betrachtung des Energieverbrauchs als valider Größe relevant: Der Energieeinsatz konnte im Bayer-Konzern weltweit seit Anfang der 1990er- Jahre um rund zehn Prozent gesenkt werden. Beleg für den schonenden Umgang mit Ressourcen und die gesteigerte Energieeffizienz ist vor allem die Reduktion des Energieverbrauchs in Relation zur Produktmenge um über 40 Prozent von 1990 bis 2004.
Emissionshandel: Mehrkosten durch höhere Strompreise
Bayer ist mit insgesamt zwölf Anlagen in Deutschland, Großbritannien und Spanien in den Emissionshandel der Europäischen Union (EU) eingebunden und bekam entsprechende Emissionsberechtigungen zugeteilt. Sie reichten im ersten Jahr aus, um den laufenden Betrieb zu gewährleisten.
In der zweiten Handelsperiode, die von 2008 bis 2012 reichen wird, soll die Gesamtzuteilung an die Wirtschaft weiter verringert werden. Das wird sich aus unserer Sicht negativ auf das wirtschaftliche Wachstum auswirken, da ein verknapptes Angebot den Preis der Zertifikate und folglich die Kosten unseres Strom- und Wärmebezugs weiter erhöhen wird. Da wir an den deutschen Standorten auch Energie von externen Versorgern beziehen, sind wir von Preiserhöhungen unmittelbar betroffen.
Um solche Nachteile zu verhindern, setzen wir uns für eine industriefreundliche Lösung ein, die gleichzeitig die anspruchsvollen Klimaschutzziele der Europäischen Union unterstützt. Es geht uns auch darum, die bislang mit dem Emissionshandel verbundene aufwändige Bürokratie abzubauen. Unsere Interessen bringen wir in den deutschen Verband der Chemischen Industrie (VCI) und den europäischen Branchenverband (CEFIC) ein, ferner sind wir Mitglied der Arbeitsgruppe „Emissionshandel zur Bekämpfung des Treibhauseffektes“ (AGE) des Bundesministeriums für Umwelt.
Unser Beitrag zum Klimaschutz ist selbstverständlich nicht auf die Staaten beschränkt, die das Kyoto-Protokoll unterzeichnet haben: Wir sind weltweit bestrebt, beispielsweise auch in den USA, kontinuierlich Emissionen zu verringern. Durch unsere freiwillige Teilnahme an der vierjährigen Pilotphase zum Emissionshandel (Emissions Trading) der Chicago Climate Exchange (CCX) verpflichten wir uns dazu, die direkten Treibhausgasemissionen jährlich um ein Prozent zu verringern. Nach Ende der Testphase werden wir unser Engagement fortführen und uns an der zweiten Phase der CCX – bis zum Jahr 2010 – beteiligen.
Energieeinsparungen: Bayer-Materialien nutzen das Potenzial
Unsere Verantwortung für das globale Klima geht über die Optimierung der Produktionsprozesse hinaus. Gerade unsere Produkte tragen während ihres Einsatzes dazu bei, dass weniger Energie verbraucht wird. So ersetzt beispielsweise unser Werkstoff Polycarbonat in Fahrzeugen Bauteile aus Glas und Metall und verringert damit das Fahrzeuggewicht, was sich direkt in einem niedrigeren Treibstoffverbrauch niederschlägt. Verbrauchsreduzierend wirkt auch unser Kunststoff Polyurethan (PUR): Ob als Isoliermaterial in Kühlgeräten oder als Wärmedämmstoff in Gebäuden eingesetzt, verringert er mit seinen hervorragenden Dämmeigenschaften den Energieverbrauch deutlich. Allein das jährlich von Bayer produzierte und in Kühlgeräten eingesetzte PUR trägt damit zur Einsparung von rund elf Millionen Tonnen CO2 bei. Bei der Gebäude-Isolierung führt die entsprechende Hochrechnung zu einer jährlichen CO2-Einsparung von weltweit zwischen 80 und 175 Millionen Tonnen. In der Summe ergeben sich in der Nutzungsphase Einspareffekte, die den Energiebedarf zur Produktion von PUR oder Polycarbonat um ein Vielfaches übertreffen.


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